Stillen und Verhütung

Ihr Kind ist auf der Welt, die Schwangerschaft ist vorbei. Nun ist Ihr Körper theoretisch wieder empfängnisbereit. Praktisch werden Sie von Ihrem neuen Familiemitglied auf Trapp gehalten, ein weiteres Baby ist möglicherweise (noch) nicht geplant. Das Thema Verhütung wird also nach 9 Monaten wieder aktuell.

hormonelle Verhütung

Zwar einfache aber besonders während der Stillzeit nicht empfehlenswerte Verhütungsmethoden sind die Anti-Baby-Pille, Verhütungsstäbchen, Hormonspirale oder ähnlichen Mitteln einer erneuten Schwangerschaft vorzubeugen. Wie auch bei der Nahrung werden die Hormone dieser Mittel an den Säugling übertragen und das Kind mit zu viel Hormonen konfrontieren. Zudem kann Östrogen die Milchproduktion verringen. Wenn hormonelle Verhütung für Sie die einzige Option darstellt, sollten Sie ein reines Gestagen-Präperat nehmen. Diese haben keine Auswirkung auf die Milchproduktion und Zusammensetzung. Sie sollten erst 6 Wochen nach der Entbindung hormonell verhüten.
Die Sicherheit liegt bei 98%.
Die Auswirkungen auf Säuglinge sind nicht klar. Lassen Sie sich in Bezug auf Verhütung während der Schwangerschaft von Ihrem Frauenarzt beraten!

Stillen als Verhütung - LAM

Die Lacational Amenhorrhoea Method macht sich das Wissen zu Nutze, dass eine Frau während sie voll stillt unter bestimmten Umständen nicht fruchtbar ist. Durch das Stillhormon Prolaktin wird ein Eisprung verhindert. Dies ist jedoch an sehr spezifische Faktoren gebunden, welche leicht durch äußere Einflüsse ins Wanken geraten können.

Möchte man nach LAM verhüten, gelten folgende Regeln für die Fruchtbarkeit der Frau:

  • wenn noch keine Regelblung eingetreten ist
  • es wird voll oder fast voll gestillt (bedeutet: keine Flüssigkeit oder Nahrung außer der Muttermilch, 1. Monat 30ml Zufüttern/Woche, 2. Monat 60ml/Woche. Abgepumpte Milch zählt als Zufüttern)
  • Im Zeitraum von 24 Stunden wird innerhalb von maximal 6 Stunden mindestens 6 mal gestillt

Sobald sich diese Faktoren ändern oder der Säugling beginnt nachts durchzuschlafen, gelten stillende Frauen nach LAM als wieder fruchtbar. Untersuchungen besagen, dass die Schwangerschaftsrate bei Verhüten nach LAM bei 0 bis 2% liegt.
Jedoch ist die leichte Beeinflussbarkeit der LAM Faktoren ein Unsicherheitsfaktor. Für Paare, die ein weiteres Kind (zunächst)nicht einplanen wollen oder könne, empfiehlt es sich bis zum Einsetzen der ersten regelmäßigen Periode mit Kondom zu verhüten.

Barrieremethode

Vielleicht nach der Kinderwunschphase und Schwangerschaft ungewohnt aber dennoch die empfehlenswerteste Verhütungsmethode während der Stillzeit: das Kondom, Femidom (Kondom für die Frau), Diaphragma, Verhütungsschwämmchen oder Lea Contraceptivum/Portiokappe. Um den Körper nach der Geburt zu schonen, sollte man von der Nutzung von Spirale oder Kupferkette in den ersten 6 Wochen absehen. Spermizide haben für Stillende und Säuglinge besonderen Nebenwirkungen.

Symtothermale Verhütung

Währen der Stillzeit selber nicht möglich aber eine gesunde Alternative zur hormonellen Verhütung ist die symptothermale Methode. Hier wied die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) der Frau und ein weiteres Fruchtbarkeitsmerkmal genutzt um die fruchtbaren Tage der Frau zu ermitteln. Dies kann "manuell" geschehen, indem man seine Temperatur misst und per Hand auswertet und Werte von Zervixschleim, LH-Hormon oder Muttermundöffnung mit einberechnet.
Der cyclotest Zykluscomputer cyclotest 2 plus übernimmt das Aufnehmen der Messtemperatur, die Auswertung der Temperaturdaten und ermöglicht die schnelle Eingabe eines weiteren Fruchtbarkeitsmerkmals per simpler Tastenkombination.
Einsetzbar ist der kleine und handliche Zykluscomputer ab der ersten regelmäßigen normalen Menstruation nach Beenden der Schwangerschaft und Stillzeit. "Normal" definiert sich als Zykluslänge von 26 bis 35 Tagen.